Wirtschaftsregion

Sagen rund um den Nibelungensteig

Rund um den Odenwald und den Nibelungensteig ranken sich viele Sagen zur Entstehung der beeindruckenden Naturdenkmäler.

Felsenmeer-Riesen
Felsenmeer-Riesen - © Lars Gölz (Graphitzeichnung)

So entstand das Felsenmeer
In der Umgebung von Reichenbach wohnten einst zwei Riesen. Der eine auf dem Felsberg und der andere auf dem Hohenstein. Eines Tages bekamen die beiden Riesen Streit miteinander. In Ihrer Wut bewarfen sie sich gegenseitig mit gewaltigen Felsblöcken. Auf dem Hohenstein lagen zur damaligen Zeit sehr viele Felsblöcke, sodass der  Hohensteiner Riese im Vorteil war und der Felsberger in kurzer Zeit unter den Felsen begraben wurde. Aus diesem Grund gibt es heutzutage am Hohenstein nur noch wenige Felsen. Übrigens soll man den Riesen auch heute noch brüllen hören, wenn man mit dem Fuß fest auf den Boden des Felsberges tritt.

Die Brücke der Riesen
Auf dem Hohenstein und dem Borstein kann man noch heute Überreste von Brückenpfeilern sehen. Außerdem liegt oben auf dem Felsberg ein Kegel, welcher „die Riesensäule“ genannt wird. Eine Kugel, die früher als Fußstein eines Prangers gedient hat liegt auf dem Reichenbacher Marktplatz. Pfeiler, Kegel und Kugel sind einer Sage nach wie folgt entstanden:
In der Gegend von Reichenbach wohnten einst zwei Riesen. Eines Tages bekamen die Riesen Langeweile und überlegten, was sie dagegen tun könnten. Sie kamen auf die Idee mit den gewaltigen Felsblöcken des Felsberges Kugeln und Kegel anzufertigen und sich am Kegelspiel zu erfreuen. Dafür bauten sie vom Hohenstein nach Borstein eine lange Brücke über das ganze Tal hinweg. Nachdem sie auch die Kegel und Kugeln geformt hatten, begannen sie zu spielen. Einer der Riesen nahm eine große Kugel in seine Hand und ließ Sie über die zuvor gebaute Brücke rollen. Der Riese hatte viel Kraft und der Schwung, mit dem er die Kugel geworfen hatte, war so gewaltig, dass die Brücke mit lautem Getöse in sich zusammenstürzte.

Die Kunst der Knodener
Die Bewohner des Dorfes Knoden konnten bannen bzw. festmachen und waren für diese Kunst im ganzen Land bekannt und berühmt. Bereits im 30jährigen Krieg bannten sie fremde Truppen, zauberten sie fest und erschossen die Kriegsleute Mann für Mann einer nach dem anderen. Einen Offizier schlugen sie mit Stöcken tot und legten seinen Kopf unter eine Brücke. Dort spukt noch heute der Geist des Toten umher.
Als einmal französische Reiter das Dorf plündern wollten, wurden sie von einem Knodener Einwohner so festgezaubert, dass sie sich einen ganzen Tag lang nicht bewegen konnten. Da es an diesem Tag sehr stark regnete, mussten die Reiter die ganze Zeit des Tages im Regen stehen. Sie flüchteten am Abend, als der Zauberer sie wieder frei ließ.
Der Bitsche-Nickel aus Knoden -ein Hexenmeister- wurde einst von den Preußen als Soldat angeworben und in deren Festung gebracht. Er desertierte, als er keinen Gefallen mehr an dem Soldatenleben fand und wollte nachts zurück nach Knoden gehen. Ein Befehlshaber, der auch etwas von Zauberei verstand bewirkte jedoch, dass er  sein Ziel nicht erreichte, sondern frühmorgens nach langem Marsch wieder vor der Festung stand. Dort verkroch sich der Bitsche-Nickel am Tage unter einem Haufen Blätter und lief in der zweiten Nacht wieder los. Doch auch am nächsten Morgen stand er wieder vor der Festung. In der dritten Nacht endlich  konnte er  flüchten und kam wieder in sein Heimatdorf nach Knoden. Die Preußen aber verfolgten den Deserteur und wollten ihn wieder zurück in die Festung bringen. Dafür holten sie ihn am Abend aus seinem Bett und liefen mit ihm ins Tal hinunter bis zum Hohenstein. Dort sagte der Bitsche-Nickel zu ihnen, dass sie nun den weiteren Weg alleine gehen könnten. Er drehte sich schnell um und lief den Berg wieder hinauf. Die Soldaten aber mussten aufgrund des Zaubers ihren Weg immer weiter geradeaus gehen und konnten nicht mal mehr den Kopf nach hinten drehen.
Ein Bauer aus Knoden hatte in seinem Haus auf einem Regal ein Buch von der Kunst der Knodener liegen. Eines Tages kam ein Fremder in das Haus, als der Bauer gerade sein Feld pflügte. Der Fremde sah das Buch und begann darin zu lesen. Daraufhin flogen so viele Raben in das Zimmer, bis es schließlich ganz voll war. Der Bauer sah den Vogelschwarm vom Feld aus in sein Haus fliegen und lief  schnell dorthin. Er nahm Erbsen zur Hand und streute sie im Zimmer aus. Dann nahm er das Buch und begann alles was der Fremde bisher gelesen hatte, rückwärts aus dem Buch vorzulesen. Daraufhin flog ein Rabe nach dem anderen wieder aus dem Zimmer hinaus, so lange, bis der Raum wieder leer war.

Text: Andrea Wolf

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