Wirtschaftsregion

Feierstunde am 14.10.2015

Mit geladenen Gästen wurde am 14. Oktober 2015 das zehnjährige Bestehen der Tourist-Information NibelungenLand im Nibelungensaal im Alten Rathaus gefeiert.

Die Tourist-Information, die unter dem Dach der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) agiert, feierte ihr Jubiläum mit einer Feierstunde im Nibelungensaal des Alten Rathauses Lorsch mit rund 40 Gästen. Den musikalischen Rahmen gestaltete die Sängerin Jeanette Giese und Pianist Michael Reuter.

Die Eröffnung übernahm Bürgermeister Christian Schönung, Stadt Lorsch. „Mit der Einrichtung der Tourist-Information in Lorsch vor zehn Jahren wurde die Kommune und der gesamte Kreis sehr bereichert“, sagte der Rathauschef, der darüber hinaus alle an der Tourist-Information beteiligten Akteure, den Kreis Bergstraße, die WFB, die Stadt Lorsch sowie den Gaststättenverband DEHOGA, für ihre gute Zusammenarbeit lobte.

Grußworte sprach ebenso Landrat Christian Engelhardt, Kreis Bergstraße. Der Kreis Bergstraße könne zahlreiche touristische Glanzpunkte vorweisen, etwa den Nibelungensteig, das Felsenmeer und die Solardraisine zwischen Mörlenbach und Wald-Michelbach. Die steigenden Besucherzahlen der Tourist-Information nahm er als Beleg, dass sich der Tourismus in der Region weiter im Aufwärtstrend befindet. Nicht nur das: „Urlaub in Deutschland ist In‘“, so der positive Ausblick des Landrats. Die Marke NibelungenLand zu kreieren, bewertete er als „guten Gedanken“. Das Nibelungenlied sei eine der bekanntesten Erzählungen der deutschen Kultur, „mit der wir die Menschen abholen können. Die Inhalte können Touristiker gut vermarkten“, bekräftigte er. Anschließend überreichte er Inge Ludwig, Mitarbeiterin der Tourist-Information „der ersten Stunde“, eine Gratulationsurkunde.

Matthias Wilkes, Landrat a.D., unternahm eine Retrospektive auf die Entstehung der Dachmarke NibelungenLand und die Anfänge der Tourist-Information. Vor rund zwölf Jahren sei die Idee geboren worden, dass dieser Begriff für alle Teilregionen des Kreises Bergstraße - die Hessische Bergstraße, das Hessische Ried, die Odenwaldkommunen sowie das Neckartal -, quasi als „gemeinsames Band“, so Wilkes, gelten solle. „Alle Teilregionen konnten sich darin wiederfinden“, umschrieb er die Leitidee. Es folgten ein offizieller Beschluss sowie die Gründung der Tourist-Information in Lorsch auf der Plattform NibelungenLand. Von hier aus werden seit nunmehr zehn Jahren Gäste in alle Bereiche des Kreises Bergstraße „weitergeleitet“. Mit Erfolg, so Wilkes. „Eine gute Grundlage für die Zukunft“, sagte er.

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand der Festvortrag von Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Staatssekretär a.D. humorvoll und informativ erzählte er von den ersten Erwähnungen unserer Region als „strata montana“ bei den alten Römern, „strata publica“ bei den Karolingern, „montana platea“ zu Beginn des elften Jahrhunderts oder „bergstrasen“ zur Zeit Friedrich Barbarossas. Das, was Jahrhunderte später die Verwaltungseinheit Kreis Bergstraße ausmachte, sei von Anbeginn ihre beeindruckende Vielfalt gewesen, begünstigt durch das milde Klima, das der Referent dadurch charakterisierte, dass „stets drei Wochen früher als anderswo etwa in der Tagesschau der erste blühende Magnolienbaum an der Bergstraße gezeigt und damit das Ende des Winters angekündigt wird.“ Auch er ging in seinem Vortrag auf das Nibelungenthema ein. „Wir können mit Fug und Recht annehmen, dass die Nibelungen sich im Territorium der Bergstraße bewegt haben“, so Prof. Dr. Leonhard, und dass sich auch „dramatische Szenen wie jener Kampf mit einem monströsen Tier möglicherweise bei Grasellenbach stattgefunden haben könnten.“ Die Darstellung der Region im Laufe der Geschichte veranschaulichte er anhand eines Bildes, gemalt vom Darmstädter Hofmaler Tobias Sonntag im Jahr 1747, der am Melibokus seine Staffelei aufstellte und das großformatige Werk „Prospect von dem Meliboco“ anfertigte, auf dem Orte und Geschehen zwischen Mannheim und dem Großen Feldberg, inklusive Lorsch und Zwingenberg detailgenau dargestellt sind.

Reinhard Diehl, erster Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins e.V., sprach über die 300-jährige Geschichte des Alten Rathauses in Lorsch, in dem heute die Tourist-Information im Erdgeschoss und die Tourismusagentur im Obergeschoss ihren Sitz hat. Das Gebäude, wie wir es heute kennen, wurde „1715 von seinen Erbauern weitsichtig und detailreich geplant“, erklärte Diehl. Wie die Gäste erfuhren, wurde das Rathaus seit seiner Erbauung als Verwaltungs- und Gerichtsgebäude, Gemeindehaus und Markthalle mit Tabak- und Mehlwaage genutzt.

Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB, ging auf die Entwicklung der Tourist-Information NibelungenLand ein. „Seit ihrer Gründung wurde ihr Angebot stetig erweitert: So werden neben Informationsleistungen beispielsweise auch online buchbare Führungen und Reisepakete angeboten“, hob er hervor. Wie er erläuterte, habe auch die Anzahl der Besucher zugenommen. „Derzeit begrüßt die Tourist-Information NibelungenLand, die unter dem Dach der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) agiert, jährlich rund 20.000 Gäste vor Ort“, so die Bilanz.

Anschließend waren die Gäste zu einem gemütlichen Ausklang der Feierstunde gemeinsam mit den Mitarbeitern der Tourist-Information und der WFB-Tourismusagentur eingeladen. Bei Bergsträßer Wein und Fingerfood tauschte man Erinnerungen und Anekdoten aus 10 Jahren Tourist-Information aus und ließ die Feierlichkeiten gemütlich ausklingen.

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