Wirtschaftsregion

POSITIVE BILANZ BEIM ERSTEN DIGITALEN THEMENTAG IN LAURESHAM

Zu einer Premiere weit über die Region hinaus sah sich am vergangenen Wochenende das Team des Freilichtlabors Lauresham im UNESCO Welterbe Kloster Lorsch herausgefordert. In dem 1:1 Modell eines karolingischen Herrenhofes in Südhessen verhinderten die Einschränkungen der Corona-Pandemie die analoge Durchführung des „Tages der Experimentellen Archäologie“. Laborleiter Claus Kropp plante deshalb den Thementag auf ein digitales Format hin um. Mit Bedauern hielt sich Kropp nicht lange auf: „Zu groß waren von Anfang an die Chancen, die diese neuen Herausforderungen für unser Forschungsmuseum mit seinem internationalen Netzwerk bargen.“ Jetzt zog man eine überaus positive Bilanz und plant die Fortsetzung.

Positive Bilanz beim ersten digitalen Thementag in Lauresham
Laborleiter Claus Kropp begrüßt seine digitalen Gäste - © UNESCO Welterbe Kloster Lorsch

18.05.2020 / Am Ende der beiden Veranstaltungstage am 9. und 10. Mai waren an die 2000 Nutzer im Netz registriert worden. Doch nicht nur, dass dies deutlich mehr Gäste waren als bei einer analogen Veranstaltung: „Was uns wirklich elektrisiert, ist die internationale Reichweite, die wir durch diese zweisprachige virtuelle Veranstaltung erreichten“, zeigt sich Kropp trotz des „enorme Aufwandes“ von der neuen Art der Besucheransprache überzeugt. Registriert wurden Gäste aus Süd- und Nordamerika, Asien und natürlich aus dem europäischen Ausland. „Für das Freilichtlabor war das Ganze ein gigantischer Werbeblock“, so Kropp.

Fast zwanzig hochspannende und ausgesprochen abwechslungsreiche wissenschaftliche Beiträge, alle sowohl in Englisch als auch in Deutsch nachzuverfolgen, listete das eng getaktete Zweitagesprogramm auf. Alle Veranstaltungen waren auf einer eigens dafür eröffneten Website, in den Sozialen Medien und auf einem eigenen Youtube-Channel mit zu verfolgen. Grundsätzlich unterschieden sich dabei zwei Formate: Zum Ersten gab es eine breite experimentalarchäologische und archäotechnische Palette handwerklicher Demonstrationen, Projektvorstellungen oder Wissensvermittlungen per Video. Zum Zweiten konnten die Gäste sich an Onlinediskussionen beteiligen. Mittels des ForumsdienstesDiscord, ehemals für die Gamer-Szene entwickelt, loggten sich Interessierte ein, stellten sich vor und diskutierten mit Hilfe eines Moderators mit. Grundlage der Online-Diskussionen waren Vorträge, Projektpräsentationen oder auch die Vorstellungen virtueller Info-Stände, die man besuchen und kennenlernen konnte. „Wo wir normalerweise dreißig, vierzig Gäste zählen, registrierten wir jetzt zwei- bis dreihundert Teilnehmende, vom historisch Interessierten bis zum Post-Doktoranden“, berichtet der Initiator des ambitionierten Unternehmens.

Als Referenten und eingebunden waren Wissenschaftler*innen aus England und den Niederlanden, darunter Partner aus den beiden Netzwerken, denen Lauresham angehört, EXARC und AIMA. Der digitale Thementag war auch im Kreise internationaler Wissenschaftler*innen ein innovatives Unternehmen. „Zwar hatte EXARC beispielsweise im März eine digitale Konferenz veranstaltet, aber ein virtueller Thementage, das war nun etwas wirklich Neues", erzählt Kropp.

Auch das Jahresthema „Textil“ konnte anschaulich und unter lebhaftem Besucherinteresse dargestellt werden. Alles in allem bilanzierte das Team jetzt den Erfolg als unerwartet groß. Claus Kropp denkt an weitere digitale Veranstaltungen: „Obwohl wir alle 16-Stunden-Arbeitstage hinter uns haben, denken wir bereits daran, das digitale Format weiter zu verfolgen.“ Diese Einschätzung unterstützt auch der Welterbestättenleiter Dr. Hermann Schefers. Ob einmal im Jahr oder in kleinerer Form einmal im Monat - beides wird derzeit abgewogen. „Dass man somit einen internationalen Fokus legen kann und die unterschiedlichsten Regionen der Welt in Echtzeit zusammenbringt - das ist großartig“, hat sich für Claus Kropp das Pionierunternehmen bestätigt. „Wir haben durch die Nutzung des virtuellen Formates an diesen zwei Tagen international dafür gesorgt, Lauresham und seine Forschungsprojekte weit über die Region, ja über unsere nationale Grenze hinaus bekannter und verständlicher zu machen.“

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