Wirtschaftsregion

Ein Raum - viele Perspektiven

Miteinander nicht Gegeneinander.

Das Trail Toleranz Schild wirbt für gegenseitige Rücksichtnahme
Das Trail Toleranz Schild wirbt für gegenseitige Rücksichtnahme - © Deutscher Wanderverband

Miteinander nicht gegeneinander - wir alle nutzen die Natur als Ausgleich. Als Raum für unsere Hobbies oder unseren Sport. Zum Kraft tanken oder zum Auspowern. Dabei treffen wir auch auf andere Naturnutzer. Was uns oft nicht bewusst ist: die Nutzung gemeinsamer Wege ist eine Form des aktiven Naturschutzes! Und obwohl bei der Weggestaltung natürlich auch die Sicherheit der Nutzer im Vordergrund steht, geht es vor allem um eines: den Naturraum zu schützen und zu erhalten, sodass auch nachfolgende Generationen ihre Freude daran haben.

Deshalb plädiert auch der Nibelungensteig für ein respektvolles Miteinander. Respekt vor der Natur und Respekt gegenüber allen Naturnutzern.

Der Deutsche Wanderverband e.V. zeigt in seiner Resolution "Ein Raum - Viele Perspektiven" Wege für ein gutes Miteinander unterschiedlicher Naturnutzer wie Wanderer, Mountainbiker Geocacher sowie Naturschützer und Waldeigentümer. Dafür seien die Anerkennung anderer Interessen, die Offenheit zum Perspektivwechsel und die Bereitschaft zum Dialog wesentliche Voraussetzungen.

Resolution: Ein Raum - viele Perspektiven

Die Position des Deutschen Wanderverbandes

Wandern ist die älteste und beliebteste Aktivität in der Natur und Landschaft. Die von 69% der Deutschen praktizierte Natursportart ist auf Wanderwege und den freien Zugang zur Natur angewiesen. Der Deutsche Wanderverband ist die Fachorganisation für Wandern und
Wege. Die meist ehrenamtliche Pflege von rund 200.000 km Wanderwegen ist ein wesentlicher Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz. Die Gestaltung einer weltoffenen Heimat bei gelebter regionaler Identität liegt ihm als anerkanntem Naturschutzverband seit über 130
Jahren am Herzen.

In den Strukturen des Deutschen Wanderverbandes sind viele Menschen organisiert, die innerhalb oder außerhalb der Verbandsstrukturen neben dem Wandern auch andere Natursportarten (z.B. Radfahren, Joggen, Mountainbiking oder Geocaching) betreiben. Im Rahmen der Besucherlenkung durch markierte Wanderwege setzt sich der Deutsche Wanderverband seit Jahren für eine integrative Planung ein, die die Interessen der jeweils anderen Naturnutzer anerkennt.

Der gemeinsam genutzte Raum ist begrenzt und unterliegt unterschiedlichen Interessen. Ein gutes Miteinander aller Naturnutzer braucht gegenseitige Rücksichtnahme und verantwortungsvolles Verhalten. Die Anerkennung anderer Interessen in der Naturnutzung, die Offenheit zum Perspektivwechsel und die Bereitschaft zum Dialog sind wesentliche Voraussetzungen für eine natur- und umweltverträgliche Lebensweise für alle Generationen.

  • Alle Natursporttreibenden haben grundsätzlich das Recht auf Naturerleben und tun dies in eigener Verantwortung und auf eigene Gefahr.
  • Waldeigentümer, Forst- und Landwirtschaft übernehmen als „Gastgeber“ für Natursporttreibende eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Dabei brauchen sie die Unterstützung der politischen Akteure und das Verständnis der Naturnutzer.
  • Pauschale Verbote für Natursporttreibende erzielen oft nicht die gewünschte Wirkung. Demgegenüber können zielgruppengerechte Angebote Besucher lenken und so Konflikte vermeiden. Nur transparente und im Einzelfall gerechtfertigte Einschränkungen des freien Betretungsrechts werden von Natursporttreibenden akzeptiert.
  • Im gemeinsam genutzten Raum muss sich jeder Naturnutzer auf Begegnungen mit anderen einstellen. Hier ist Rücksichtnahme und angepasstes Verhalten notwendig.
  • Bei Planungen von Natursport-Infrastruktur und im Rahmen von gesetzlichen

Regelungen müssen die Interessen der Wanderer und anderer Naturnutzer berücksichtigt werden; die regionalen Mitgliedsorganisationen des DWV und andere Interessensvertreter sind in diese Prozesse einzubeziehen. Der Deutsche Wanderverband, seine Mitgliedorganisationen, Landesverbände und die Deutsche Wanderjugend engagieren sich für ein gutes Miteinander und sind zu offenem, konstruktiven Dialog mit anderen Naturnutzern bereit.

Beschluss der Mitgliederversammlung in Winterberg am 5. Juli 2019