Am großen Tag der Weidetiere sind Hütevorführungen zu erleben © SG / Michael Thumm
12.04.2026 / Als Teil des großen Themenjahres zum Immateriellen Kulturerbe veranstaltet das zur UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch gehörige Freilichtlabor Lauresham am 19. April zwischen 10 und 17 Uhr einen großen Tag der Weidetiere.
Auf dem 4,1 Hektar großen Gelände, bei dem Besucher die Lebenswirklichkeit der Menschen um 800 nach Christus hautnah nachvollziehen können, wird an diesem Tag ein umfangreiches Rahmenprogramm rund um das Thema Beweidung, Weidetiere, Artenvielfalt und dazugehöriges Handwerk angeboten.
Rund ums Thema Rind
Einer der Höhepunkte und zugleich Schwerpunkte des Tags der Weidetiere sind die Großen Pflanzenfresser, allem voran die Rinder. Vor 1200 Jahren gab es noch ein Nebeneinander von Wildrind und Hausrind. Deshalb werden am 19. sowohl verschiedene Vorträge und Präsentationen zum Thema Auerochse stattfinden als auch zur Vielfalt der Rinderrassen in Europa. Besonders sehenswert wird dabei die Ausstellung eines über 50.000 Jahre alten Auerochsenteilskeletts sein.
Auf dem Gelände werden außerdem mehrere alte Rinderrassen wie Cachena, Rätisches Grauvieh, Hinterwälder oder Original Braunvieh zu sehen sein.
Schäferei und Hütevorführungen
Das Thema Schäferei wird ebenfalls im Fokus stehen. Es werden sich nicht nur schaf- und ziegenhaltende Betriebe vorstellen, sondern auch Schaf- und Ziegenrassen sowie die dazugehörigen Hütehundrassen. Der Einsatz dieser Hunde wird dann im Rahmen von mehreren Hütevorführungen zu bestaunen sein. Vertreten sein werden sowohl Altdeutsche Hütehunde wie der Süddeutsche Schwarze, aber auch Border Collies und Australian Kelpies.
An der Laureshamschmiede werden zudem frühmittelalterliche Schäfereiutensilien geschmiedet, darunter Schafscheren oder auch Schäferschippen. Wolle und Leder wird an diesem Tag von der laureshameigenen Ehrenamtstruppe Familia Carolina verarbeitet. In diesem Kontext wird auch die erste Färbeaktion des Jahres stattfinden.
Beweidungsprojekte und Artenvielfalt
Welche Effekte haben diese große und kleine Weidetiere auf unsere Landschaft? Tragen sie gar zur Artenvielfalt bei? In spannenden Vorträgen wird deshalb zum Beispiel es möglich sein, die faszinierenden Ergebnisse einer großen Studie zur Beweidung an der Wattenheimer Brücke in Lorsch näher zu erfahren und mit den Mitwirkenden darüber zu diskutieren.
Weitere Vorträge widmen sich Beweidungsprojekten in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westphalen.
Infostände wie vom Förderkreis Große Pflanzenfresser im Kreis Bergstraße e.V., dem Wildpark Schwarzach oder vom Verein Weidewelten e.V. geben weitergehende Auskunft und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Das Vortragsprogramm wird in Kürze auf der Webseite des Kloster Lorsch bekanntgegeben (www.kloster-lorsch.de)
Ganztägig finden auf dem Gelände verschiedene Mitmachangebote für Kinder statt. Im Rahmen eines „Kuhfladenbingo“ können zudem Jahreskarten für das Freilichtlabor gewonnen werden. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Kontakt:
Claus Kropp M.A.
c.kropp@kloster-lorsch.de
T. +49 (0)6251 8692021